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Projekt "Lichtverschmutzung im Diemtigtal" der Universität Bern

 
Projektdetails der Universität Bern
Im Rahmen einer Studie des Instituts für Ökologie und Evolution der Universität Bern untersuchen wir in diesem und im nächsten Jahr den Einfluss von künstlicher Nachtbeleuchtung auf das Ökosystem. Immer mehr Fläche der Schweiz – und Weltweit – wird künstlich beleuchtet. Allein in den letzten 20 Jahren nahm die beleuchtete Fläche in der Schweiz um 70% zu. Obwohl dies der Sicherheit von Gesellschaft und Verkehr dient, ist es weitgehend unbekannt welche Auswirkungen dies auf die Umwelt hat. Viele nachtaktive Tiere leisten einen wichtigen Beitrag zur Funktion des Ökosystems, so zum Beispiel sind Nachtfalter und Käfer wichtige Pflanzenbestäuber und Spinnen sowie Fledermäuse fressen Schädlinge.
 
Für unser Projekt haben wir künstliche Lichtquellen in zuvor dunkle, natürliche Standorte eingebracht, und wollen nun herausfinden ob sich die Häufigkeit und die Artzusammensetzung von Pflanzen und Tieren verändern. Aus diesem Grund sammeln wir mit Schmetterlingsnetzen nachtaktive Bestäuber unter der Lampe und an dunklen Kontrollstandorten. Um die Bestäuber zu sehen und zu fangen verwenden wir Stirnlampen und Nachtsichtgeräte. Zusätzlich installieren wir verschiedene Fallen um herumfliegende und am Boden krabbelnde Insekten und Spinnen zu sammeln. Nebst den Bestäubern untersuchen wir auch die Aktivität von Fledermäusen, welche Falter und Käfer fressen. Fledermäuse profitieren wahrscheinlich von den Insekten die durch die Lampe angezogen werden. Speziell dafür entwickelte Aufnahmegeräte zeichnen die Echolokationsrufe der Fledermäuse im näheren Umkreis auf, und da jede Art einen ganz speziellen Ruf hat, kann man anhand der Aufnahmen die Art bestimmen. Auch die Auswirkungen auf Pflanzen werden anhand der Anzahl und des Gewichts der Samen untersucht. Denn wenn wichtige Bestäuber aufgrund der Lichtverschmutzung ausbleiben, werden Pflanzen nicht mehr bestäubt und können lokal aussterben.
 
Der Naturpark Diemtigtal ist für uns ein Glücksfall, da es viele schöne, natürliche und diverse Flächen gibt. Ausserdem ist die Artenvielfalt der Nachtfalter in dieser Region besonders gross, weswegen wir uns entschieden unser Projekt im Gebiet im und um den Naturpark Diemtigtal durchzuführen. Wir hoffen mit unserer Studie Licht ins Dunkle zu bringen, um in zukünftiger Lichtplanung die Grundlagen für den Schutz der Umwelt mit einbringen zu können.
 
  Artenvielfalt Bergblumen im Naturpark Diemtigtal